Ratgeber · Playlists

Spotify Pitch: So reichst du deinen Song bei den Editorial-Playlists ein

Der Pitch über Spotify for Artists ist der einzige offizielle Weg, unveröffentlichte Musik den Playlist-Redaktionen von Spotify vorzustellen. Er kostet nichts, garantiert nichts – und wird trotzdem oft verschenkt. Hier liest du, welche Voraussetzungen gelten, bis wann du pitchen musst und wie ein Pitch-Text aussieht, der hängen bleibt.

7 Min. LesezeitStand 22.10.2026

Platz sichern

So funktioniert der Editorial Pitch

Spotify unterscheidet grob zwischen redaktionellen Playlists, die ein Editorial-Team kuratiert, algorithmischen Playlists wie Release Radar, Discover Weekly oder Daily Mix, Artist-Playlists und Playlists, die Fans selbst anlegen. Für die redaktionellen Playlists gilt laut Spotify: Spotify for Artists ist der einzige Weg, neue Musik einzureichen. Bezahlte Abkürzungen gibt es nicht.

Wichtig für deine Erwartungen: Ein Pitch garantiert keine Platzierung. Die Redaktionen bekommen laut Spotify jede Woche tausende Pitches und können sich auch für einen anderen Song deines Releases entscheiden als den, den du eingereicht hast. Ein Effekt ist aber sicher: Pitchst du rechtzeitig, landet der Song im Release Radar deiner Follower. Schon deshalb solltest du jeden Release pitchen.

Voraussetzungen für den Pitch

Bevor du pitchen kannst, müssen ein paar Bedingungen erfüllt sein. Die Regeln stammen aus der Spotify-for-Artists-Hilfe (Stand Oktober 2026):

  • Du hast Zugriff auf Spotify for Artists für dein Profil – mit der Rolle Admin oder Editor
  • Dein Vertrieb oder Label hat den Release bereits ausgeliefert, er erscheint unter „Musik“ › „Demnächst“
  • Der Song ist noch nicht veröffentlicht – bereits erschienene Songs kannst du nicht mehr pitchen
  • Du pitchst einen Song zur Zeit; den nächsten kannst du einreichen, sobald der gepitchte Song live ist
  • Compilations und Songs, auf denen du nur Featured Artist bist, sind ausgeschlossen
  • Labels oder Lizenzgeber können einen Pitch auf „nur Label“ stellen – kläre bei Label-Releases also vorher, wer pitcht
Beispiel-Pitch-Text (fiktiver Artist)
  • Song „Nachtbus“ – Mira Kade
  • Tags Indie-Pop, Alternative R&B · Stimmung: melancholisch, nachdenklich · Sprache: Deutsch
  • „Nachtbus“ erzählt von der letzten Fahrt nach Hause nach einer Trennung – dem Moment, in dem die Stadt still wird und man zum ersten Mal ehrlich mit sich ist.
  • Weiche Synth-Flächen, ein trockener Drum-Groove und Miras tiefe, fast gesprochene Stimme tragen den Song; die Hook bricht erst im zweiten Refrain richtig auf.
  • Mira kommt aus Kassel und lebt in Leipzig. Produziert hat sie den Song gemeinsam mit dem Leipziger Producer Jonas Brandt.
  • Zum Release erscheint ein Musikvideo, gedreht in einem echten Nachtbus. Im November spielt Mira vier Clubshows in Leipzig, Dresden, Jena und Erfurt.

Die Frist: mindestens 7 Tage – besser deutlich früher

Die harte Grenze: Laut Spotify-Hilfe musst du mindestens 7 Tage vor dem Release pitchen, damit der Song im Release Radar deiner Follower landet. Die Redaktion braucht außerdem Zeit zum Hören. In seinem Release-Guide empfiehlt Spotify, mindestens zwei Wochen vor Release zu pitchen.

Unsere Empfehlung: Plane den Upload beim Vertrieb so, dass du drei bis vier Wochen vor Release pitchen kannst. Du kannst den Pitch bis zum Release-Tag bearbeiten, Spotify weist aber darauf hin, dass die Redaktion spätere Änderungen eventuell nicht mehr sieht. Schreib ihn also gleich so, wie er bleiben soll.

Neu ist das Pitchen von offiziellen Musikvideos und Performances. Laut Spotify wird diese Funktion schrittweise ausgerollt, du hast sie also eventuell noch nicht. Videos lassen sich – anders als Songs – auch noch bis 7 Tage nach Veröffentlichung pitchen.

Was in den Pitch gehört

Im Formular wählst du Angaben wie Genre, Stimmung und kulturellen Kontext aus und schreibst eine Beschreibung. Spotify sagt selbst: Je mehr Details, desto besser die Chancen. Die Tags helfen beim Einordnen, der Freitext entscheidet, ob dein Song im Kopf bleibt.

Spotify rät, die Geschichte des Songs zu erzählen: Worum geht es, was bedeutet er dir, mit wem hast du zusammengearbeitet? Außerdem empfiehlt Spotify, Heimatstadt und aktuellen Wohnort anzugeben, weil Redaktionen manchmal gezielt Musik aus bestimmten Regionen suchen. Bei einer EP oder einem Album wählst du den Song, der dich am besten repräsentiert.

  • Ein Satz, der den Sound greifbar macht – konkret statt „einzigartiger Mix aus allem“
  • Thema oder Geschichte des Songs in zwei, drei Sätzen
  • Beteiligte: Features, Producer:in, relevante Mitwirkende
  • Herkunft und Szene: Stadt, Region, Community
  • Was rund um den Release passiert: Video, Shows, Presse – aber nur, was wirklich geplant ist
  • Belegbare Fakten statt geschönter Zahlen

Typische Fehler beim Spotify Pitch

Die meisten Fehler haben nichts mit der Musik zu tun, sondern mit Timing und Text.

  • Zu spät beim Vertrieb hochladen – dann bleibt kein Zeitfenster mehr für den Pitch
  • Gar nicht pitchen, weil man sich keine Chancen ausrechnet – der Release-Radar-Effekt allein lohnt sich
  • Genres wählen, die größer klingen, aber nicht passen
  • Floskeln und Superlative statt Informationen
  • Unklare Texte voller Tippfehler oder im Sprach-Mix
  • Kampagnen, Shows oder Presse erwähnen, die es nicht gibt

Nach dem Pitch: Ergebnisse prüfen und weitermachen

Ob dein Song in redaktionellen Playlists gelandet ist, siehst du nach dem Release in Spotify for Artists im Bereich „Playlists“ deines Songs. Bist du für die Funktion freigeschaltet, kannst du einen gepitchten Song nach Veröffentlichung außerdem in deine „This Is“-Playlist pinnen lassen; laut Spotify dauert das etwa drei Tage.

Keine Editorial-Platzierung ist kein Urteil über deinen Song. Viele Releases wachsen über algorithmische Playlists, Fan-Playlists, Social Media und Live-Shows. Entscheidend ist, dass du beim nächsten Release wieder rechtzeitig pitchst und dranbleibst.

Playlist-Kuratoren abseits von Spotify Editorial

Neben den Redaktionsplaylists gibt es unzählige Playlists von unabhängigen Kuratoren, Blogs, Labels und Fans. Such gezielt nach Playlists, in denen Artists mit ähnlichem Sound laufen, und prüf, ob die Playlist aktiv gepflegt wird und echte Hörer:innen hat. Viele Kuratoren schreiben in ihrem Profil oder auf ihrer Website, wie sie Einsendungen annehmen – halte dich genau daran.

Schreib kurz und persönlich: warum genau diese Playlist, ein Link zum Song, ein Satz zum Sound. Kein tägliches Nachfassen, keine Massenmails.

Und ganz klar: Bezahl niemals für garantierte Streams oder garantierte Playlist-Plätze. Spotify wertet solche Dienste als Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen. Erkannte künstliche Streams werden laut Spotify nicht vergütet, Songs können aus Playlists fliegen, und Vertriebe können in schweren Fällen Inhalte entfernen oder Accounts sperren. Bei Plattformen, die Geld dafür nehmen, dass Kuratoren deinen Song anhören, prüf genau, wie sie arbeiten, und lies Erfahrungen anderer Artists. Ein Warnsignal laut Spotify: plötzliche, unerklärliche Stream-Spitzen aus Regionen, in denen du sonst keine Hörer:innen hast.

Quellen · geprüft am 22.10.2026

  1. support.spotify.com/us/artists/article/pitching-music-to-playlist-editors (öffnet in neuem Tab)
  2. artists.spotify.com/en/playlisting (öffnet in neuem Tab)
  3. artists.spotify.com/blog/release-guide-preparing-for-release-day (öffnet in neuem Tab)
  4. support.spotify.com/us/artists/article/third-party-services-that-guarantee-streams (öffnet in neuem Tab)

Allgemeine Informationen, keine Rechts- oder Steuerberatung. Angaben ohne Gewähr, bitte im Einzelfall bei den genannten Stellen prüfen.

FAQ · 4 Fragen

Häufige Fragen.

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Wie lange vor dem Release muss ich bei Spotify pitchen?

Laut Spotify-Hilfe mindestens 7 Tage vor Release, damit der Song im Release Radar deiner Follower landet. Spotify empfiehlt im Release-Guide mindestens zwei Wochen. Wir raten zu drei bis vier Wochen – dafür muss der Release entsprechend früh beim Vertrieb sein.

Kann ich einen bereits veröffentlichten Song pitchen?

Nein. Songs, die schon live sind, kannst du laut Spotify nicht mehr pitchen. Ausnahme sind Musikvideos: Wo das Video-Pitching schon verfügbar ist, lassen sie sich bis 7 Tage nach Veröffentlichung einreichen.

Garantiert ein Pitch eine Playlist-Platzierung?

Nein. Spotify garantiert keine Platzierung, und die Redaktion kann auch einen anderen Song deines Releases auswählen. Sicher ist nur: Bei einem Pitch mindestens 7 Tage vor Release kommt der Song in den Release Radar deiner Follower.

Kostet der Spotify Pitch etwas?

Nein, der Pitch über Spotify for Artists ist kostenlos. Wer dir gegen Geld eine Editorial-Platzierung oder eine feste Zahl an Streams verspricht, verstößt gegen Spotifys Regeln – lass die Finger davon.

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